Arbeitsgruppen
2013–2024
Das Archiv bietet einen Überblick über die in den vergangenen Jahren tätigen Arbeitsgruppen und ihre thematischen Schwerpunkte.

2023/2024
In der Amtsperiode 2023–2024 waren folgende Arbeitsgruppen tätig:
2023
Die Arbeitsgruppe Dialog ohne Tabus unter der Leitung von Bernd Posselt und Milan Horáček befasste sich im Juli mit den Ergebnissen der ersten gemeinsamen Sitzung der Regierungen Bayerns und Tschechiens. Das Treffen wurde sehr positiv bewertet, insbesondere die Vereinbarung über eine engere Zusammenarbeit in allen Bereichen sowie die Teilnahme des tschechischen Premierministers Petr Fiala und des Bildungsministers Mikuláš Bek am Sudetendeutschen Tag 2023.
2024
Bei der Sitzung im Juni widmete sich die Arbeitsgruppe Dialog ohne Tabus der politischen Situation nach den Wahlen des Europäischen Parlaments. Die Diskussion konzentrierte sich auf die Auswirkungen der Wahlergebnisse auf die deutsch-tschechischen Beziehungen sowie auf die innenpolitische Entwicklung in beiden Ländern.
2021/2022
In der Amtsperiode 2021–2022 waren folgende Arbeitsgruppen tätig:
2021
Die Arbeitsgruppe Dialog ohne Tabus befasste sich im Juli mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die grenzüberschreitenden Beziehungen in den Grenzregionen. Betont wurde die Bedeutung offener Grenzen, guter Verkehrsanbindungen sowie der Förderung von Sprachen und Kultur.
Im November tagte die Arbeitsgruppe Europa- und Außenpolitik. Im Mittelpunkt standen die Beziehungen der EU zu Russland und China. Die Teilnehmer sprachen über die Notwendigkeit einer Strategie, die Widerstandsfähigkeit, Dialog und Zusammenarbeit miteinander verbindet, insbesondere in den Bereichen Technologie, Energie und Sicherheit.
2022
In Hejnice kam erneut die Arbeitsgruppe Dialog ohne Tabus zusammen. Hauptthemen des Treffens waren die Folgen der russischen Aggression gegen die Ukraine, die gegenwärtige Energiepolitik, die Verteidigung der Demokratie sowie die Bedeutung der Sprachbildung und der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit.
Die Arbeitsgruppe Erinnerungsorte besuchte Bautzen – einen wichtigen Ort der deutsch-tschechischen Geschichte und Kultur, der eng mit der sorbischen Minderheit verbunden ist. Zu den wichtigsten Ergebnissen zählte das Bestreben, den Sprachunterricht und den Schüleraustausch in der Oberlausitz zu stärken.
2019/2020
Im März 2019 kam die Arbeitsgruppe Jahreskonferenz zusammen, um Thema und Ort der kommenden Konferenz festzulegen. Anlässlich des zwanzigsten Jahrestags der Samtenen Revolution beschlossen die Mitglieder, sich auf die Veränderungen zu konzentrieren, die sich seit 1989 in Deutschland und Tschechien vollzogen haben. Als Veranstaltungsort wurde Leipzig gewählt – die Stadt, aus der entscheidende Impulse für die Revolution von 1989 ausgingen.
Die Arbeitsgruppe Dialog ohne Tabus widmete sich bei ihrer Sitzung in Liberec der Entwicklung und den Perspektiven der deutsch-tschechischen Beziehungen im europäischen Kontext, insbesondere den Wahlen des Europäischen Parlaments. Diskutiert wurde außerdem über bedeutende historische Jahrestage und deren Bedeutung für die Gegenwart, über die Situation von Minderheiten sowie über Kulturprojekte, die das deutsch-tschechische Verständnis stärken sollen.
Im Jahr 2020 musste die Tätigkeit des Deutsch-Tschechischen Gesprächsforums aufgrund der beginnenden Corona-Pandemie online fortgesetzt werden.
2017/2018
In diesem Zeitraum waren alle Arbeitsgruppen der vorangegangenen Perioden im DTGF-Rat aktiv, nämlich „Europa- und Außenpolitik“, „Dialog ohne Tabus“ und „Orte der Erinnerung“. Darüber hinaus wurde die Gruppe „Sozial- und Wirtschaftspolitik“ mit Josef Středula und Gert Weisskirchen als Koordinatoren neu eingerichtet. Diese Arbeitsgruppe befasst sich vor allem mit wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und bildungspolitischen Themen.
Sozial- und Wirtschaftspolitik
Koordinatoren:
Josef Středula, Gert Weisskirchen
Diese Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit Fragen aus den Themenkreisen Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung und Digitale Transformation mit Blick auf die EU. Zudem fördert sie den Erfahrungsaustausch zwischen der Tschechischen Republik und Deutschland im Bereich von Steuern, Einkommen und Investitionen in die Technologie kleiner und mittlerer Unternehmen, unter Berücksichtigung der ökologischen Folgen. Ziel der Arbeitsgruppe ist es weiter, eine verlässliche Partnerschaft der politischen und sozialen Akteure bei der Vorbereitung der digitalen Transformation zu bilden.
Erinnerungsorte
Koordinator:
MUDr. Luděk Sefzig
Die erste Sitzung der Arbeitsgruppe im Jahr 2018 fand in Regensburg statt. Die Teilnehmer trafen sich mit Thomas Rudner, dem Leiter des Koordinierungszentrums Deutsch-Tschechischer Jugendaustausch Tandem. Thomas Rudner machte die Mitglieder der Arbeitsgruppe mit den Tätigkeiten von Tandem vertraut, insbesondere mit dem aktuellen Projekt „Gemeinsam erinnern für eine gemeinsame Zukunft“, das die zivilgesellschaftliche Bildung der jungen Generation zum Inhalt hat, verbunden mit Erinnerungsorten, die an das Leiden von NS-Opfern erinnern. Weiter setzt sich die Arbeitsgruppe aktiv für die Belebung des Erinnerungsortes Café Arco ein. Die Fassade des Cafés wurde gereinigt und in der Auslage wurde eine Ausstellung großflächiger Drucke installiert. Die Arbeitsgruppe unterstützt weiterhin die Erneuerung des Cafés. Im März 2018 traf sich die Arbeitsgruppe mit Dr. Petr Koura, dem Direktor des Collegium Bohemicum, der über den aktuellen Stand in Bezug auf die geplante Ausstellung des Museums zur Geschichte der deutschsprachigen Bevölkerung der böhmischen Länder in Aussig informierte.
Europäische- und Auswärtige Politik
Koordinatoren:
Dr. Libor Rouček, Kai Olaf Lang
Diese Arbeitsgruppe bemüht sich um eine Koordination zwischen Deutschland und Tschechien in außenpolitischen und auch europäischen Fragen. Darüber hinaus ist ihr daran gelegen, dass das Gesprächsforum an den strategischen Dialog anknüpft und sich mit ihm koordiniert. Zu den Hauptthemen der Arbeitsgruppe zählen in diesem Jahr die Diskussion um die West-Balkan Region, um ein Europa der verschiedenen Geschwindigkeiten sowie eine gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Die Gruppe setzt sich für eine EU-Reform ein, die durch eine enge deutsch-tschechische Zusammenarbeit unterstützt werden sollte. Diese Zusammenarbeit sollte den Schutz der Grenzen, eine gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik, die Entwicklung eines einheitlichen Binnenmarktes sowie die Eurozone betreffen. Die deutsch-tschechische Zusammenarbeit bildet den Kern der Zusammenarbeit in Mitteleuropa, wenngleich sich die tschechische Position in einigen Fragen von der deutschen unterscheidet. Ziel der Arbeitsgruppe ist es, einen gemeinsamen Dialog zwischen den beiden Seiten auch nach der Regierungsbildung in beiden Ländern zu finden.
Dialog ohne Tabus
Koordinatoren:
Bernd Posselt, Milan Horáček,
Diese Arbeitsgruppe bemüht sich um eine Koordination zwischen Deutschland und Tschechien in außenpolitischen und auch europäischen Fragen. Darüber hinaus ist ihr daran gelegen, dass das Gesprächsforum an den strategischen Dialog anknüpft und sich mit ihm koordiniert. Zu den Hauptthemen der Arbeitsgruppe zählen in diesem Jahr die Diskussion um die West-Balkan Region, um ein Europa der verschiedenen Geschwindigkeiten sowie eine gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Die Gruppe setzt sich für eine EU-Reform ein, die durch eine enge deutsch-tschechische Zusammenarbeit unterstützt werden sollte. Diese Zusammenarbeit sollte den Schutz der Grenzen, eine gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik, die Entwicklung eines einheitlichen Binnenmarktes sowie die Eurozone betreffen. Die deutsch-tschechische Zusammenarbeit bildet den Kern der Zusammenarbeit in Mitteleuropa, wenngleich sich die tschechische Position in einigen Fragen von der deutschen unterscheidet. Ziel der Arbeitsgruppe ist es, einen gemeinsamen Dialog zwischen den beiden Seiten auch nach der Regierungsbildung in beiden Ländern zu finden.
2015/2016
In der Amtsperiode 2015/2016 setzte der Rat die Arbeit der bisherigen Arbeitsgruppen „Dialog ohne Tabus“ und „Orte der Erinnerung” fort. Darüber hinaus wurden die Gruppen „Europa- und Außenpolitik“ und „Sozial- und Wirtschaftspolitik“ neu eingerichtet.
Dialog ohne Tabu
Koordinatoren:
Bernd Posselt, ehemaliges Mitglied des Europäischen Parlaments
Milan Horáček, ehemaliges Mitglied des Europäischen Parlaments
Die Arbeitsgruppe leiten die gesamte Zeit seit ihrer Gründung im Jahre 2009 Milan Horáček und Bernd Posselt, das Management hat Stephanie Waldburg übernommen. Die Arbeitsgruppe tagt ein bis zweimal pro Jahr hauptsächlich in Liberec. Der Meinungsaustausch findet auch in der Zweit zwischen den einzelnen Sitzungstreffen statt, dank häufiger Treffen von Mitgliedern der Arbeitsgruppe und der Kommunikation per E-Mail. Den Schwerpunk der Diskussionen stellen kontroverse historisch-politische Fragen, sensible deutsch-tschechische und sudetendeutsch-tschechische Ereignisse, wie auch die Analyse und das rechtzeitige Erkennen von aktuellen Trends, die eine Belastung für die künftige Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Tschechien darstellen könnten.
Erinnerungsorte
Koordinatoren:
MUDr. Luděk Sefzig, ehemaliger Senator, Senat des Parlaments der Tschechischen Republik
JUDr. Jiří Georgiev, Ph.D. Außenministerium der Tschechischen Republik
Im Jahre 2015 konzentrierte sich die Arbeitsgruppe in neuer Zusammensetzung auf das Thema „Belebung von Erinnerungsorten“, also zu analysieren, auf welche Art und Weise an halb vergessene Gegebenheiten, die irgendwo im kollektiven Gedächtnis schlummern, erneut erinnert werden kann. In den Vordergrund der Tätigkeiten der Arbeitsgruppe rückte 2016 das Thema Erneuerung von Erinnerungsorten in Urbanismus und Architektur. Ein Beispiel ist die Initiative der Arbeitsgruppe, an die Tradition des Cafés Arco aus der Zwischenkriegszeit als kulturelles und gesellschaftliches Zentrum zu erinnern, um das sich in der Zwischenkriegszeit das Leben der deutschsprachigen jüdischen Kommunität in Prag konzentrierte. Im November 2016 wurde ein Projekt zur Erneuerung des Café Arco inklusive der Ausstellungspanels unter Teilnahme von Vertretern des Innenministeriums der Tschechischen Republik, des Prager Literaturhauses deutschsprachiger Autoren, des Franz-Kafka-Museums und Mitgliedern der Arbeitsgruppe vorgestellt.
Europa- und Außenpolitik
Koordinator:
Libor Rouček
Die neu gegründete Arbeitsgruppe wird sich sowohl aktuellen deutsch-tschechischen Themen, als auch Diskussionen über eine mögliche künftige Entwicklung einer gemeinsamen Europa- und Außenpolitik widmen. Ziel der Arbeitsgruppe ist es, sich auch mit der Agenda des deutsch-tschechischen strategischen Dialogs zu beschäftigen.
Sozial- und Wirtschaftspolitik
Koordinator:
Josef Středula
Die neu gegründete Arbeitsgruppe ist auf Fragen aus dem Bereich der Wirtschaft, sozialer Folgen wirtschaftlicher Veränderungen ausgerichtet und wird sich auch mit künftigen Herausforderungen beschäftigen.
Aktuelle mögliche Themen sind neben der Flüchtlingskrise auch die Initiativen Wirtschaft 4.0, Arbeit 4.0, deren Einfluss auf die Mitbestimmung und die Wirtschaft in Deutschland und Tschechien, das Nutzen der Digitalisierung durch Investoren aus Sicht der Innovation.
2013/2014
Im Rahmen der einzelnen Arbeitsgruppen des Deutsch-Tschechischen Gesprächsforums ist es die Aufgabe der Ratsmitglieder, aktuelle tschechisch-deutsche Themen zu diskutieren und zu vertiefen. Neben den Sitzungen werden auch Experten in die Debatte einbezogen. Im Jahr 2013/2014 waren drei Arbeitsgruppen zu den Themenbereichen „Demografie“, „Dialog ohne Tabus“ und „Orte der Erinnerung“ aktiv.
Demographischer Wandel
Koordinatorinnen:
Leonie Liemich – Verein „Freunde des Deutsch-Tschechischen Jugendforums“
Anna Koubová – Verein „Freunde des Deutsch-Tschechischen Jugendforums“
Unter dem Arbeitstitel „Demografischer Wandel als Herausforderung und Chance“ stehen die Themen Beschäftigung, Bildung und Soziales im Mittelpunkt der Gespräche. Diskutiert werden Fragen zur Gestaltung der Arbeitswelt vor dem Hintergrund einer steigenden Lebenserwartung, zu Formen des lebenslangen Lernens, zum Zugang zu Bildung sowie zu sozialen Diensten. Initiiert wurde das Thema von Mitgliedern des Deutsch-Tschechischen Jugendforums.
Dialog ohne Tabus
Koordinatoren:
Bernd Posselt, MdEP
Milan Horáček, MdEP a.D.
Die Arbeitsgruppe besteht seit dem Jahr 2009 und erörtert während der regelmäßig stattfindenden Treffen in Liberec/ Reichenberg heikle Themen der Beziehungen zwischen der Tschechischen Republik, den Sudetendeutschen in der Bundesrepublik Deutschland und der deutschen Minderheit in den Böhmischen Ländern.
Erinnerungsorte
Koordinatoren:
MUDr. Luděk Sefzig, Senator
Dr. Jiří Georgiev, Regierungsamt der Tschechischen Republik
Unter Leitung des tschechischen Vorsitzenden des Beirates MUDr. Luděk Sefzig beschäftigt sich diese Gruppe in Anlehnung an ein Konzept von Pierre Nora mit deutsch-tschechischen Erinnerungsorten. Das Konzept der Erinnerungsorte als symbolische Mittelpunkte, die von Personen, Orten, menschlichen Erzeugnissen sowie historischen Phänomenen abgeleitet wurden, hat sich als Instrument der Verarbeitung von teils unterschiedlich interpretierten Geschichten bereits im deutsch-französischen und deutsch-polnischen Dialog bewährt. Im Jahr 2010 hat die Arbeitsgruppe in Zusammenarbeit mit dem Collegium Bohemicum eine internationale Fachkonferenz in Cheb/Eger durchgeführt. Aktuell widmet sie sich einer breiteren Popularisierung des Themas im Rahmen von Sitzungen und unter Beteiligung namhafter Persönlichkeiten der Geschichtswissenschaft, Bohemistik und Germanistik. Zu Teilnehmern und Gästen dieser Sitzungen gehörten u.a. der Bundespräsident a.D. Roman Herzog, der tschechische Staatssekretär für EU-Angelegenheiten Vojtěch Belling, der Botschafter a.D. František Černý, der Direktor des Jüdischen Museums Prag Leo Pavlát, die Historiker Milan Hlavačka, Luboš Velek und Zdeněk Bezecný, sowie die Experten für deutschsprachige Literatur der böhmischen Länder Milan Tvrdík und Lucie Černohousová.