Rückblick auf die Jahreskonferenz 2025

Die Jahreskonferenz des Deutsch-Tschechischen Gesprächsforums befasste sich mit den deutsch-tschechischen Beziehungen im Licht aktueller Herausforderungen

Am 22. November 2025 fand im Außenministerium der Tschechischen Republik im Prager Palais Czernin die Jahreskonferenz des Deutsch-Tschechischen Gesprächsforums mit dem Titel „80 Jahre nach Kriegsende: Die deutsch-tschechischen Beziehungen im Licht der aktuellen Herausforderungenstatt. Im Fokus der Konferenz, die von der Stiftung Forum 2000 organisiert und vom Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds finanziert wurde, stand die Bedeutung historischer Erfahrung als Impuls für den Aufbau stabiler Beziehungen und einer innovativen Zusammenarbeit in Mitteleuropa.

Politiker, Fachleute sowie Vertreterinnen und Vertreter des öffentlichen Lebens diskutierten über die politischen und sicherheitspolitischen Prioritäten, mit denen Deutschland und Tschechien achtzig Jahre nach Kriegsende konfrontiert sind – in einer Situation, die in mancherlei Hinsicht erschreckend an die Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg erinnert.

Bestandteil der Konferenz war unter anderem eine Debatte über den aktuellen Stand und künftige Perspektiven der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Tschechien unter Einbeziehung des europäischen Kontexts. Diskutiert wurden die wichtigsten Herausforderungen, vor die sich beide Volkswirtschaften gestellt sehen, wie z. B. wachsender Protektionismus, geopolitische Turbulenzen, Digitalisierung und Wettbewerbsfähigkeit. Die Teilnehmenden befassten sich dabei insbesondere mit Möglichkeiten zur Vertiefung der Handelsbeziehungen, Investitionsmöglichkeiten und gemeinsamen Strategien für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung.

Ein weiteres Thema war die Zusammenarbeit zwischen den Parlamenten beider Länder, wobei es insbesondere um die Vertiefung der deutsch-tschechischen Beziehungen in diesem Bereich ging. Die Debattenteilnehmer befassten sich zudem mit den Möglichkeiten, die diese Zusammenarbeit auf regionaler wie gesamtstaatlicher Ebene bietet. Erwähnt wurden auch die positiven Erfahrungen mit der Einrichtung einer interparlamentarischen Arbeitsgruppe.

Die Podiumsdiskussion „Erinnerung versus Perspektive: Wie vermitteln wir jungen Menschen Geschichte?“ konzentrierte sich auf Formen der Weitergabe historischer Ereignisse an die jüngsten Generationen. Die Rednerinnen und Redner diskutierten über Chancen und Herausforderungen bei der Vermittlung verschiedener Kapitel der Geschichte in Deutschland und Tschechien, über didaktische Methoden und insbesondere über Beispiele einer guten Praxis, darunter auch erfolgreiche Projekte des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds, deren Akteure ebenfalls zur Diskussion eingeladen waren.

Das Nachmittagsprogramm umfasste eine Podiumsdiskussion zu den aktuellen sicherheitspolitischen Herausforderungen in Europa aus der Sicht Deutschlands und der Tschechischen Republik. Gegenstand der Debatte war der aktuelle Wandel des Systems der internationalen Beziehungen, der Weltordnung und der Sicherheitsarchitektur, an den sich beide Länder anpassen müssen. Die Rednerinnen und Redner erörterten Möglichkeiten zur Vertiefung der deutsch-tschechischen Partnerschaft im Bereich Sicherheit und diskutierten konkrete Schritte wie auch mögliche gemeinsame Antworten auf globale Risiken.

Abgeschlossen wurde die Konferenz mit einem Empfang in der Deutschen Botschaft Prag.